Ashington….

Der Regen hat gegen Morgen aufgehört, der Wind etwas nachgelassen und hin und wieder kommt die Sonne durch! Beste Voraussetzungen für die Weiterfahrt!


Aber bevor es losgeht, durchlaufen wir die üblichen Morgenrituale (und ich spreche jetzt nicht über das Badezimmer…!): erstmal aus dem üppigen “full english breakfast” auswählen, was wir frühstücken wollen, um damit eine Grundlage für den Tag zu schaffen. Ich bin inzwischen wieder eher bei Müsli und Früchten, Toast und Ei angelangt, Rainer freut sich immer, wenn er zu Toast, Bacon, Ei, baked beans und Würstchen auch noch “black pudding” – eine Art Grützwurst – auswählen kann. Dazu Tee und Orangensaft…man sollte denken, dass wir kaum auf die Räder kommen… Aber ein Großteil der Kalorien ist schon wieder verbraucht, bevor wir die Fahrräder überhaupt in Bewegung setzen, denn wir haben ja jeder sechs Gepäckstücke, die so manches Mal vor der Abfahrt mehrere Stiegen und Flure hinab transportiert werden müssen! Heute Morgen hatte die Verwinkelung des Gebäudes und seine Bestückung mit selbstschließenden Feuerschutztüren einen bisher nicht dagewesenen und sehr unübersichtlichen Grad erreicht. Und unsere Räder hatten in dem Frühstücksraum übernachten dürfen, so dass wir auch noch früh runtergehen mussten, um sie bis zur Abfahrt draußen anzuschließen. Vielleicht ist jetzt die Freude leichter nachzuempfinden, die es uns bereitet, wenn wir so wie heute Nachmittag einen ebenerdigen, motelartigen Raum beziehen können, in den wir die Räder über Nacht mit hinein schieben können!

Momentan macht der Nordseeküstenradweg seinem Namen alle Ehre – wir radeln in unmittelbarer Nähe der See, sozusagen immer an der Kante entlang!

Mal auf einer Promenade, mal auf einem Dünenweg und immer direkt in der Seeluft. Auch wenn die in ihrer aktuellen Geschwindigkeit etwas anstrengend zu bewältigen ist, so belebt mich diese Frische, ihr Geruch und ihre Dynyamik doch sehr. Das ist etwas ganz Anderes als dieses ewige Bergaufgeschiebe! Da stört es mich kaum, wenn wir zur Überquerung eines Flusses erst an dem einen Ufer hin, bis zu einer fahrradgerechten Brücke, am anderen Ufer zurück, bis zu einer Steigung zurück auf Straßenniveau, ein Stück geradeaus und dann wieder hin, bis zum Gegenüber des Ausgangspunktes fahren müssen…

Bevor ich heute anfangen konnte, diesen Beitrag zu schreiben, musste ich nochmal auf der Karte nachsehen, wie eigentlich der Ort heißt, in dem wir übernachten. Beim Herfahren und Suchen nach der richtigen Adresse war ich nämlich erst von einem Ruderbootrennen auf dem Fluss und dann von diesem Verkehrsschild abgelenkt – sind wir denn schon wieder bei Hamburg, Nâhe Wandsbek?


Ach ja, Fahrradflicken haben wir heute vorsichtshalber nachgekauft – ich hatte inzwischen nämlich schon den dritten Platten….
Jetzt machen wir es uns in unserem “double room” (=Zimmer mit Doppelbett) bequem, so bequem man es auf einer durchgelegenen Matratze mit einer Decke bei unterschiedlichsten Schlaf- und Schnarchpositionen eben haben kann…Der “twin room” (=Zimmer mit zwei Einzelbetten) gestern war allerdings auch nicht so richtig schlaffördernd: die einzelnen Betten waren so schmal, dass man bei jedem Positionswechsel drohte, im Halbschlaf über die Kante eine Etage tiefer zu rollen… Über diese Herausforderung, jede Nacht in einem anderen Bett unterschiedlichster Qualität zu schlafen, hatte ich vorher gar nicht so genau nachgedacht…na dann, gute Nacht!

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