Groß Holum….(Neuharlingersiel)

Wenn man morgens in Horumersiel verkündet, heute würde man bis Neuharlingersiel fahren, ruft das keine besondere Bewunderung hervor…

Und dann sieht man sich solchen Herausforderungen gegenüber:

Nütschanix, auf geht’s! Wir strampeln tapfer drauf los. Immer wieder überlegen wir, ob wir besser direkt am Deich oder auf kleinen Straßen etwas weiter im Land fahren. Ausschlaggebend ist immer die Hoffnung auf hin und wieder Windschatten… Denn auch, wenn der Wind nicht allzu stark pustet, kommt er doch zusammen mit Nieselschwaden konsequent von vorn!

Eine Zeitlang darf Lisette noch rausgucken, aber dann verzieht sie sich doch lieber unter den Regenschutz.

Da der Nebel freie Sicht über Land verhindert, lasse ich meine Gedanken wandern. Mir fällt ein Gespräch mit einer sehr sportlichen Physiotherapeutin aus Oberjoch in Bayern ein, die leidenschaftlich gerne in den Bergen Rad fuhr. Sie erzählte von der Frustration eines Radurlaubs in Norddeutschland: “Da fährt und fährt man den ganzen Tag gegen Wind, aber abends sieht es immer noch genau so aus wie morgens!”  Stimmt irgendwie….

Und dann bin ich plötzlich doch total froh, mit dem Rad auf dem Radweg unterwegs zu sein – hier in Ostfriesland scheint es vorzukommen, dass plötzlich Bäume aus der Straße herauswachsen…

Wir biegen lieber ab!

(Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass uns in dem Moment der Hinweis auf “Das Pfannkuchenhaus” extrem lockte – und es hatte sogar geöffnet! Es war der erste Tag der Saison!! Und sehr lecker….!)

Als wir das Pfannkuchenhaus wieder verließen, hatte der Wind ein paar Wolkenlöcher gerissen. In jeder Hinsicht aufgemuntert fuhren wir weiter. Carolinensiel sah uns schon wieder matter in die Pedalen treten. Aber als wir zum Deich kamen, wurde uns wieder eine Freude geschenkt: das Geschnatter von Gänsen übertönte den Wind. Wir stellten unsere Räder  am nächsten Deichübergang ab und erklommen die Deichkrone. Und tatsächlich – tausende von Graugänsen rasteten im Vordeichgelände! Je weiter unsere Augen den Nebel durchdrangen, je mehr Gänse konnten wir ausmachen. Mir entfuhr ein Laut des Staunens und der Freude! Der die Gânse natürlich aufschreckte….eine trompetende Riesengânsewolke erhob sich vor unseren Augen – was für ein Erlebnis! Wäre ich heute zuhause, würde ich mir zusammen mit meiner Tochter Karina einen unserer Lieblingsfilme ansehen: Amy und die Wildgänse!

Belohnt für die Strapazen des Tages wurden wir in einem kleinen Dörfchen in der Nähe von Neuharlingersiel:   http://www.die-schlafstube.de bot uns eine sehr günstige und überraschend nette Unterkunft. Wir sind zufrieden mit dem Tag!

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