Schreveningen/Den Haag…

Heute war Welt-Wechseltag. Oder war heute Weltwechsel-Tag?


Da das Wetter auf Frühling schwenkt, aber wechselhaft bleibt, müssen wir unsere “Zwiebelschalung”/unsere Kleidungsschichten verändern. Bisher war Wollunterhemd, Baumwoll-Rolli und Islandpulli unter der wind-und wasserdichten Jacke prima. Dazu Thermohose und Wollsocken – wir haben nicht gefroren! Aber nun ist das zu warm. Wir müssen uns neu ausbalancieren. Das schöne Packsystem in den Gepäckstücken muss mit verändert werden… Nix findet man wieder!

Anderer Natur waren die Weltwechsel heute! Zuerst passierten wir mehrere noble Villenvororte von Haarlem und Amsterdam. Bei einem Bâcker versorgten wir uns mit Frühstück und verschmatzten es auf der nächsten Bank. Einfach essen/pausieren/sein, wo man grade ist, das macht uns Spaß. Auch Lisette – besonders, wenn sie während der Fahrt auf die Reste aufpassen soll…

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Wie gestern waren wieder unglaublich viele Radler unterwegs – einmal gerieten wir richtig in “zähfließenden Verkehr”. Auf einem leicht hügeligen, engen Radweg waren vor uns ein älterer Herr mit Fahrradanhänger für seinen Hund und dahinter seine Frau auf einem recht klapperigen Rad. Überholen war unmöglich, schon wegen der ganzen entgegen kommenden Radler. Schnell sammelten sich auch hinter uns weitere Radler. Erst eine breite Ausfahrt bot Abhilfe.
Auch auf den Wegen in den Feldern waren viele Menschen, heute auch Teilnehmer eines Volkslaufes.

So gewöhnten wir uns langsam an die Menschenmassen, die uns erwarteten. Wir haben nämlich heute einen touristischen Abstecher zum berühmten Keukenhof gemacht, um das Farbenmeer der Frühjahrsblüher zu bewundern.

Was für ein Andrang von Menschen aus aller Welt! Und das uns Entschleunigten…

Lisette war nur maulig! Wir haben ihr gezeigt, wie ansprechend die Asiaten für ihre Selfies und Fotos posieren, aber Lisette war definitiv nicht dazu zu bewegen, ihre Pfötchen unter dem leicht schräg gelegten Köpfchen zu verschränken und bezaubernd zu lächeln….

Aber als wir das Blüten-Eldorado wieder verlassen hatten und dann im Dünengebiet über den Radweg sausten, war alles wieder gut. “Juhu!”, jauchzte das Reiseschweinchen, legte die Ohren an und reckte den kleinen Rüssel noch weiter nach vorne in den Fahrtwind, “juhuuu! Wir fahren Dünen-Achterbahn mit dem Fahrrad!”

Ich kann verstehen, dass unser Kleinschwein nach der ganzen “Deich-plattes Land( sorry!!)-Zeit” ein bisschen vergnügungssüchtig ist!

Auf den Seepromenaden der beiden folgenden, lebhaften Badeorte drosselten wir das Tempo. Aber immer weiter ging es, bis Schreveningens Hochhäuser und das Riesenrad auftauchten.

Wir haben heute also viel(e) (Welten) gesehen! Und die erste 60 Km-Etappe geschafft! Und die ersten 1000 km unserer Tour zurück gelegt!

Für heute Nacht haben wir Engel um unsere Räder gestellt: unser Quartier ist in der Altstadt, in einem kleinen, verwinkelten Haus und es gibt nichts, wo wir die Räder unterstellen könnten.


Ich hoffe, dass wir trotzdem gut schlafen können!

2 Antworten auf „Schreveningen/Den Haag…“

  1. Letzten Sommer habe ich einige wundervolle Tage in Holland verbracht, und wurde jetzt durch diesen Artikel wieder daran erinnert: Amsterdam, Haarlem, Schreveningen, Den Haag – ein wundervolles Land, sehr aufgeschlossene Bewohner und so viele Fahrräder ! In Amsterdam gibt es ein ganzes Parkhaus dafür! Ich hoffe, eure Räder haben auch ohne Parkhaus am nächsten Tag noch vor der Tür gestanden! Weiterhin gute Fahrt und nicht so stürmisches Wetter! Hannelore

  2. Glückwunsch zu den ersten 1000 Kilometern . Soviel bin ich in meinem ganzen Leben noch nicht Rad gefahren ☺
    Grüße an Liseth sie ist mit der Sonnenbrille auf jeden Fall die coolste Sau . Auch ohne Selfie

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