Helle, 12 Kilometer östlich von Kragerø….

Einen Bus, zwei Fähren und 38 km später….ja, tatsächlich sind wir so ein großes Stück voran gekommen.

Nachdem wir uns heute morgen beim Bäcker mit Proviant versehen hatten, fuhren wir direkt und rechtzeitig zur Bushaltestelle, nahmen das Gepäck von den Rädern und setzten uns dann lieber zum Warten in den Schatten – so warm war es schon!

Der Bus kam, wir verluden problemlos Räder und Taschen und los ging die Fahrt. Der Bus kurvte und schnaufte nach Risør und setzte uns mitten im Städtchen ab. Wir schoben zum Hafen, wo uns schon das bunte Treiben des Tretbootfestivals erwartete – bzw. erwarteten die Veranstalter des Festes von uns, dass wir wie alle Interessierten ein saftiges Eintrittsgeld bezahlen sollten… Das Fest war nur für “Insider” :

Wir umrundeten das Ganze und damit das gesamt Hafenbecken von außen und fuhren weiter zur Fähre, dem Auslöser unserer zügigen Fortbewegung.

Diese Fähre ist die letzte norwegische, aus Holz gebaute Fähre und stammt aus dem Jahr 1950. 

Auf dem Wasser ließ Lisette sich auch mal wieder blicken!

Sie verkriecht sich momentan recht viel, ob es wegen der Hitze ist? Ich setze ihr schon immer meinen Sonnenhut während der Fahrt auf…

 

Ich genieße die “Straßenabschnitte auf dem Wasser” immer sehr, nicht nur, weil ich nicht selber treten muss! Mir gefällt einfach die Perspektive.

 

Ob die Fähre hier wohl durch passt??

Sie passte, natürlich, und so starteten wir durch in Richtung Stabbestad. Die Ausschläge des Höhenprofils erwiesen sich als fahrbar, die Wolken verdeckten hin und wieder gnädig die Sonne, Bäume und Felsen wechselten und dazwischen blühten Binsen und erstes Heidekraut.

(Man kann beim Treten völlig unabgelenkt die Gedanken wandern lassen…)

Die nächste Fähre brachte uns von Stabbestad nach Kragerø, wieder ein nettes Städtchen mit altem Stadtkern aus Holzhäusern.

Café im Schatten, Besuch im Geburtshaus und Museum des Malers Theodor Kittelsen (besonders bekannt für seine Darstellungen von Trollen und Fabelwesen), einmal durch die Fußgängerzone schieben, so sah unsere Pause aus, bevor wir weiter fuhren.

Die für heute letzten zwölf Kilometer brachten uns…., naja, wenn man an der richtigen Ansammlung von Briefkästen von der Straße abbiegt, dem Schotterweg nachkurvt und dann den kleinen Hinweisen folgend um die Ecke biegt….mitten in den Wald zwischen die Felsen! Denn hier haben wir ein Ferienhaus für unsere Übernachtung mieten können! Was für eine wohltuende Stille!

Die wurde heute Abend aber schon zweimal unterbrochen: einmal begrüßte uns ein schwarz-weißer Kater maunzend und laut schnurrend – nettes Willkommen!

Und dann hatte ich Lisette beim Schlafengehen gefragt, warum sie sich denn in letzter Zeit so selten zu Wort meldet….(manch ein kleinerer oder größerer Leser hatte schon nach ihr gefragt). Erst presste sie ihre kleine Schnauze ganz fest zu und starrte ein paar Löcher in die Luft. Aber nach einer weiteren, liebevollen Nachfrage begann ihr Rüssel zu zucken. Und dann brach es geradezu aus ihr heraus: was wir denn bitte an immer nur Felsen und Bäumen so schön fänden, dass wir derartig langsam daran vorbei fahren müssten? Die ganze Zeit langweile sie sich in ihrem Korb und Geschichten würde ich auch keine mehr erzählen! Keine lustigen Tiere gäbe es zu sehen und das eine Reh gilt nicht, nicht mal Vögel könnte sie hören! Keiner würde uns auf das süße, kleine Schweinchen da im Korb ansprechen und nach ihrem Namen fragen….Immer dürfte sie nur auf der Fähre mal hervor kommen… Und warum wir jetzt immer nur die billige Schokolade kaufen würden, das täten wir doch sonst auch nicht – ob wir sie etwa ärgern wollten?!? Und heiß wäre es auch!

Ich wollte grade zu einer Erklärung ansetzen, als sie laut aufschluchzte: “Und außerdem bist du total un-ge-rähächt!!! Du hast nur für di-hich einen Badeanzug gekauft und ich hab kei-hei-nen.. Ich will nach Hau-au-se….” Und dicke Tränen versickerten in ihren Borsten… O, o, o… Ich habe sie ganz feste getröstet und ihr versprochen, mich in Sachen Badeanzug umzuschauen! Armes, kleines Schweinchen…

(Das mit dem nicht-schneller-die-Berge-hochkommen-und-keine-Puste-für-Geschichten-haben hat sie später schon verstanden und in das Land von Pippi Langstrumpf und Michel in der Suppenschüssel möchte sie doch bitte auch noch! Aber das Thema Schokolade-und-norwegische-Preise konnte ich ihr so gar nicht nahebringen…)

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